Schreibanregungen

Gedicht des Tages

Advent

von Mascha Kaléko

Der Frost haucht zarte Häkelspitzen
Perlmuttergrau ans Scheibenglas.
Da blühn bis an die Fensterritzen
Eisblumen, Sterne, Farn und Gras.

Kristalle schaukeln von den Bäumen,
Die letzen Vögel sind entflohn.
Leis fällt der Schnee … In unsern Träumen
Weihnachtet es seit gestern schon.

 


1.    Schreibimpuls 

Mein Advent

Ich erinnere mich an die Pyramide aus Holz, die Anfang Dezember auf den Tisch gestellt wurde. Sie drehte sich nur durch die Hitze der vier Kerzen. Es waren meist rote schmale Kerzen, manchmal auch weiße, die schnell abbrannten. Die Pyramide drehte sich anfangs langsam, fast bedächtig, dann sauste sie dahin und man konnte den musizierenden Engeln kaum folgen, die Trompete bliesen, Akkordeon spielten oder eine Gitarre in den Händen hielten. Sie hatten glatte Köpfe mit braun angemalten Frisuren und wirkten höchst konzentriert. Ihre Fahrt konnte einen in Trance versetzen. So faszinierend waren die Bewegung und das Licht der Kerzen. Die Pyramide bleib stehen, wenn die Nadel am Grund nicht richtig im Näpfchen stand. Dann schwärzen sich schnell die zarten Flügel und gaben ihr hässliche Flecke, über die man sich lange ärgern konnte. Wir achteten also auf sie. Wenn eine Kerze heruntergebrannt war, das Kerzennäpfchen noch heiß, dann steckten wir schon die nächte Kerze darauf, hielten sie so lange fest, bis sie Halt fand und weiter ging die Fahrt.

 

 


 

2.    Schreibanregung

Erinnere Dich an einen Advent aus deiner Vergangenheit.