..


Foto: Ines Göbel

Ich gehe in meinen Garten

Ich gehe in den Kern
Ich gehe an den Ort, an dem alles begann
Ich gehe vorbei an Freund, Feind und rätselhafter Gestalt
Mein Garten ist wie das Herz in meiner Brust
Er schlägt in seinem Takt und lebt
Vögel singen, Heuschrecken springen
Bunte Blumen, tropischer Geruch
Nieder ins Gras lass ich mich gleiten
Umspielt von Leben und Gefühlen
Lieblicher, gedeihender Garten
Schwarze Wolken, ein Gewitter zieht auf
Hinterlässt Zerstörung
Neuanfang

Tamina Hägler, 12


16. Literaturwettbewerb der Stadt Cottbus
Auszeichnungsveranstaltung

unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Holger Kelch.

Am 16. Literaturwettbewerb für Kinder und Jugendliche der Stadt Cottbus und Umgebung nahmen 208 Kinder und Jugendliche teil.

Wir danken den Preisstiftern: egWohnen 1902, Sparkasse Spree-Neiße, Buchhandlung Hugendubel, Akustik und Design GbR und Lausitzer Rundschau

Die Auszeichnungsveranstaltung fand am 21.06.2016 im Glad-House statt.

Gewinner

  1. Preis: Emily Pape, Celine König, Selina Schütz, Helen Steinbach

  2. Preis: Lilly Berg, Marianne Max

  3. Preis: Constantin Nocon, Paloma Jara Fuentealba, Carolin Renner

Schülerpreis: Max Kirsch, Selina Schütz, Julia Christin Winkler, Antonia Mühlberg

LR Preis: Max Kirsch, Olivia Weise, Jonas Kunze, Antonia Mühlberg

Sonderpreis Ankommen: Sarah Angelina Eule

 

Beispieltext:

Als Pückler ein kleiner Junge war

Eines Abends konnte der junge Pückler nicht einschlafen, lag lange Zeit wach und fragte sich zum wiederholten Male: Was habe ich falsch gemacht, dass Mama mich nicht lieb hat und Papa mich ignoriert? Vielleicht bin ich ja doch so dumm, wie der Hofmeister einmal gesagt hat, als ich die Puppe aus dem Fenster geschmissen habe. Er fing an zu klagen und zu weinen. Er wollte durch seine Streiche doch nur etwas Aufmerksamkeit bekommen. Zwar bemühte er sich, sehr leise zu sein, denn er wollte nicht ausprobieren, was seine Eltern von einer nächtlichen Ruhestörung hielten, doch eine seiner jüngeren Schwestern hörte ihn trotzdem durch die geschlossene Tür hindurch schluchzen. Sie war gerade auf dem Weg ins Schlafzimmer ihrer Mutter gewesen, weil sie einen Albtraum gehabt hatte. Neugierig geworden öffnete sie die Tür um dem Geräusch auf den Grund zu gehen, der Albtraum war vergessen. Sie hatte bis jetzt nicht sehr viel Zeit mit ihrem Bruder verbracht, weil er ihr aus dem Weg ging. Er wusste nicht so recht, wie er mit seiner eigenen Familie umgehen sollte. Als sich die Tür langsam öffnete, verstummte das Weinen und es wurde nahezu gespenstisch still. Die einzige Kerze im Zimmer war aus und nur das schwache Flackern der Fackel am anderen Ende des Ganges spendete etwas Licht. Das kleine Mädchen trat vorsichtig an das Bett heran, darauf bedacht keinen Krach zu machen. Sie entdeckte die Tränen auf dem Kopfkissen ihres Bruders, der wohl schlief, weil seine Augen geschlossen waren. Sie überlegte kurz und kletterte dann einfach zu ihm ins Bett. Der Junge legte vorsichtig einen Arm um sie, nachdem er den ersten Schrecken überwunden hatte. Solche Liebe hatte er sich immer von seinen Eltern gewünscht.
Niemand verlor je ein Wort über diese Nacht und Pückler schrieb es auch nirgendwo auf, doch die Erinnerung daran würde er immer behalten.

Olivia Weise, LR-Preis, 13 Jahre

 


SOMMERKURS Kunst + Literatur vom 31.7. - 6.8.2016
im Künstlerdorf Worpswede

bitte anmelden!